künstlerische Arbeit: 2 Wochen an Board eines Schiffes
Mit dem Wissen, dass mir zwei Wochen um mein Material zu sammeln - welches für ein dokumentarisch, künstlerisches Projekt nicht unbedingt viel ist - zur Verfügung stehen würden, betrat ich im Winter 2015 das gigantische Schiff.
Zurückblicken möchte ich auf mein Fotografie- Abschlussprojekt, Bachelor of Arts, der Folkwang Universität der Künste, für das ich zwei Wochen an Bord der »Nils Holgersson«, die als Passagier- und Frachtschiff zwischen Deutschland und Schweden verkehrt, gelebt habe.
Mit dem Wissen, dass mir zwei Wochen um mein Material zu sammeln - welches für ein dokumentarisch, künstlerisches Projekt nicht unbedingt viel ist - zur Verfügung stehen würden, betrat ich im Winter 2015 das gigantische Schiff. Empfangen wurde ich vom Kapitän höchstpersönlich. Dann musste ich mich Stück für Stück im verwinkleten Schiffsinneren zurecht finden und die Besatzung kennen lernen. Es dauerte zum Glück nicht lange, dass ich ihr Vertrauen gewinnen und sie bei ihrer Arbeit und bei ihrem alltäglichen Leben auf dem Schiff begleiten konnte. Nicht nur die Ausstattung, die mich sofort in ihen Bann zog, ist einzigartig, auch das Leben auf einem Schiff ist besonders. Nirgendwo sonst verbinden sich Arbeit und Leben so stark, wie auf einem Schiff. Die Menschen arbeiten und leben sozusagen an ein und demselben Ort. Privates und Öffentliches nur eine Kabine entfernt. Es ist ein Kosmos für sich, ein eigentümlicher Ort mit einer speziellen Form des Zusammenlebens, dem ich in meiner Serie »SchiffRaum« Beachtung schenken möchte.
Die Arbeit besteht letztendlich aus 84 Fotografien, die im gleichnamigen Buch zusammenkommen. Vervollständigt wird »SchiffRaum« durch eine Videoinstallation, bestehend aus 3 Videos und Sound, in der der Fokus auf die geradezu gemächliche Bewegung des Transportmittels Schiff gelegt wird und welche dem Betrachter ein Nachfühlen des sich Befindens auf dem Schiff ermöglicht.
Eva Czaya